BTSYoga 10

Körperbilder

Wir alle durchleben Zeiten (besonders die Pubertät!) wo wir uns selbst hässlich finden. Wir können uns nicht leiden. Sind unzufrieden, gestehen es uns oftmals nicht einmal ein. Fast jeder kennt dieses Gefühl. Und ich denke, dass auch fast jeder die Versuchung kennt, dieses schmerzliche Gefühl an jemand anderem auszulassen. Sofort, oder später im Leben.

So entsteht Hass.

Ich denke wir sind hier alle schuldig. Auch ich.

Denkst du auf dich trifft das nicht zu? Dann stell dir einmal diese Situationen vor (ich habe sie mir frei ausgedacht um Beispiele zu geben):

1) Eine kurvige Blondine mit roten Lippen, D-Körbchen und einem perfekt und hauteng sitzenden Kleid. Sie trifft auf eine sehr dünne, sportliche und flachbrüstige Frau, die nicht geschminkt ist. Sie beide haben einen Mann dabei, der sie liebt. Sie beide haben Kinder, die ihre Mutter lieben. Wenn sie sich besser kennen würden, könnten sie Freundinnen sein, denn sie schauen dieselben Fernseh-Serien, machen den gleichen Sport und haben die gleichen Sorgen.

Aber sie wissen nicht mehr voneinander, als das was sie sehen können – und so wird in den meisten Fällen folgendes passieren:

Die Kurvige sagt zu ihrem Mann: „Uhh was für eine graue Maus! Sei froh, dass du mich hast! Ich meine – wo sind überhaupt ihre Brüste? Ich wette sie zerbricht, wenn man sie anfasst!“

Nun denkt ihr vielleicht die ARME. Aber nein, sie ist gar nicht so arm dran, denn sie sagt im selben Moment zu ihrem Mann: „Siehst du diese Tussi mit ihren roten Lippen und diesen falschen Barbie-Haaren? Ich wette ihr Mann ist reich. Sei froh, dass du mich hast!“

2) Ein übergewichtiges Mädchen mit sehr schlechter Haut, das gerade 20 Kilo abgenommen hat sitzt in ihrem Jogginganzug vor einem Fastfood Restaurant auf einer Bank und keucht, weil sie gerade eine halbe Stunde gejoggt ist und nach der kleinen Pause noch zurücklaufen will. Sie hat einen motivierten wundervollen Tag und bemerkt kleine erste Erfolge mit ihrer schwierigen Haut, über die sie sich sehr freut. Eine 18-jährige in Heigh Heels sitzt auf einer anderen Bank vor dem selben Fastfood Restaurant. Sie legt ihre Designer-Handtasche neben sich und isst langsam ihren Burger. Sie ist von Natur aus sehr groß und dünn. Da sie keinen Kontakt zu ihrer Familie hat, finanziert sie ihr Studium, ihr Essen und ihre Wohnung mit ihrem Nebenjob als Model. Sie darf zwar häufig Kleidung oder Taschen behalten, aber ihr Gehalt reicht nicht gerade für ein glamoröses Leben.

Jetzt sehen sie sich.

Das übergewichtige Mädchen denkt: „Was für eine privilegierte kleine Prinzessin! Sie wird niemals einen Tag in ihrem Leben arbeiten! Diese reichen Gören sind so faul und denken immer sie wären etwas Besseres! …und wie sie ihren winzigen Burger isst! Als ob sie ihn später gleich wieder erbrechen möchte – ich wette sie ist magersüchtig!“

Das Model denkt sich gleichzeitig: „Jetzt sieh dir nur mal dieses fette Mädchen an! Ich wette sie wohnt hier im McDonalds und der Staat bezahlt ihre Rechnungen! Und wie sie angezogen ist… Diese total verschwitzten Jogging-Klamotten! Ich wette sie wäscht sich nie!“

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Das sind nur zwei von einer Million Beispielen, die man hier bringen könnte – aber ich hoffe es bringt einige von euch ein wenig zum Nachdenken.

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2 comments

  1. Jana says:

    Ein schöner Post! Man sollte niemals über andere urteilen, wenn man die Geschichte dahinter nicht kennt!
    Und egal ob dick oder dünn, Body Shaming ist immer verletzend… Danke für deinen Post dazu!

    Liebe Grüße ♥

    • Anni says:

      Da hast du absolut Recht, liebe Jana – ich wollte mit meinen Beispielen gern darauf aufmerksam machen, wie leicht jeder von uns in die Falle gerät, etwas völlig falsches über den anderen zu denken und am schlimmsten auch noch zu sagen.♥

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