Reis-Eier-in-Maracujaschale

Online Food. Du bist nicht was du isst.

Zum Schutze der Tiere,

isst mancher kein Fleisch.

Zum Schutze der Pflanzen,

isst mancher nur Obst.

Zum Schutze der Geldbörse,

isst manch einer alles.

Hauptsache günstig.

Und dann gibts noch ein paar wenige,

die essen was sie wollen, ohne labels – einfach so.

Möhrenkroketten-mit-Radieschensalat

Ist doch alles okay!

Aber zum Schutze der Einstellung,

tut fast niemand mehr was.

Warum ist veganes für Fleischesser schlecht?

Warum ist dir dein Essen SO wichtig?

Sind andere nicht richtig?

Pink-Raccoon-Granatapfel-Smoothie

Warum vegetarisierst du im Internet herum,

statt begeistert zu sein, von der Art wie du lebst.

Warum schickst du dem Bilder von Fleisch,

der keins mag, nur um zu provozieren?

Was bringt euch das Battle,

der ewige Krieg?

Der Umwelt hilft’s wenig.

Der Seele nicht mehr.

Das kann Freundschaft trennen und Liebe entzweien.

Mount-Fuji

Klar, darfst du Fleisch essen,

auch low-carb und high.

Auch Nudeln mit Suppe

und Schoki dazu.

Aber warum verteidigst du dich?

Woher der Trend, zu sagen „Ausnahme-Tag“?

Klar, ist es super, die Tiere zu schützen!

Aber doch nicht mit einem Hate-Text

auf Fleisch.

Mit deinem Nagellack auf den Fingern,

der nicht versuchsfrei ist –

wenn du den beliebtesten Hashtag willst.

Yummy-Tummy

Lasst uns doch einfach einander akzeptieren.

Hinterfragen, „warum“ statt zu hassen was ist.

Teste doch mal, und frag dich vor jedem Gericht:

Wenn du dein Bauch wärst – würdest du Sachen wollen,

die mit einem Label ankommen?

Und wenn nicht –

dann iss einfach los und sieh ein:

Nichts passiert,

außer Essen.

Einfach lecker essen.

Veganes-Maracuja-Eis

Was zu diesem Gedicht noch nachzusetzen ist:

Durch den #wirsindnichtwaswiressen von sophie.lotta bin ich mal wieder auf das Thema Ernährung gestoßen.

Dieser Text ist nicht für eine bestimmte Ernährungsart. Auch nicht dagegen. Er soll aufmerksam machen.
Darauf, dass wir uns inzwischen so sehr selbst mit Labels belegen, dass ein Veganer sein Gelüst verschweigt, weil irgendwo Milch drin war, dass ein Fleischliebhaber aus Prinzip seinen Salat nicht isst, nur weil er ja seine Meinung breittreten muss.
Das kann doch nicht richtig sein.

KiwiBananenPudding-mit-Vanillie-und-Creme-Fraiche

Ich finde auch nicht, dass die Kategorien „Veganer“ „Vegetarier“ „Frutarier“ „Low Carb“ & Co. grundlegend falsch sind. Im Gegenteil – wenn ich Gäste habe, bin ich immer froh, durch diese inzwischen gut bekannten Kategorien leicht erfragen zu können, was die Person gern isst. Ich kann das dann beachten und habe dabei auch viel Spaß, mal außerhalb meiner eigenen „Kochzone“ zu denken.

Aber was im echten Leben tatsächlich meist passiert ist:

„Das ist okay. Es stört mich nicht, wenn andere am Tisch etwas anderes Essen.“ „Ja, ach, wenn da nun Schinken im Salat war, sterbe ich auch nicht. Ich kann ihn ja heraus sammeln.“ – Warum geht das so in echt, aber nicht im Internet?

Vielleicht habt ihr eine Erklärung?

Dass wir einander jemals alle akzeptieren ist genauso utopisch, wie, dass du wirklich zu 100% alles nach deinen Überzeugungen perfekt richtig machst. Man kann es versuchen. Hinfallen. Aufstehen. Nochmal versuchen – aber nicht andere mitreißen, oder schubsen. Denn das ist nicht okay. Hochziehen dagegen schon!

 

Wir stehen in unserem modernen Leben durch Leistungsdruck, Ängste und innere Unruhe häufig völlig unter Stress. Warum erhöhen wir diesen Stress denn noch durch diesen Kleinkrieg?

Ich sage #wirsindnichtwaswiressen.

Essen soll wieder Spaß machen! <3

Reis-Eier-in-Maracujaschale

Erzählt mir unter diesem Post eure Geschichten. Was esst ihr gern, und warum? Habt ihr eure Ernährung einmal verändert und tolle oder auch schlechte Erfahrungen gemacht?  Kennt ihr die Leute, die ich oben beschreiben habe, oder gehört ihr sogar dazu und habt gerade darüber nachgedacht?
Was für Ernährungsgeheimtipps habt ihr, die bei euch wirklich etwas verändert haben? Gibt es etwas, dass ihr liebt, aber online bisher nie gepostet habt, aus Angst, dass es „schlecht“ ankommt? Stellt ihr manchmal Essen mit #foodporn hoch, obwohl ihr es noch gar nicht gegessen, sondern nur fotografiert habt?

Ich bin total gespannt, auf eure Ehrlichkeit. Eure Begeisterung. Und eure Tipps!

10 comments

  1. Fabi says:

    Ich war mal für 3 Monate Veganerin. Einfach so, von einem Tag auf den anderen, weil mich ein Blogpost dazu inspiriert hat. Es hat nicht sofort am ersten Tag geklappt, ich habe mich ja auch nicht wirklich vorbereitet, aber mit der Zeit lief es ganz gut. Ich muss sagen, dass ich in den 3 Monaten, viel über Ernährung gelernt habe, ich habe viele neue Dinge ausprobiert und Lebensmittel gegessen, die ich vorher gar nicht kannte. Es hat mir Spaß gemacht neue Rezepte auszuprobieren und ich habe mich auch wohlgefühlt ohne Eier, Fleisch, Milch usw. Ich habe aber auch gelernt, und das war das wichtigste, dass vegan leben auf keinen Fall gesund leben bedeutet! Im Internet werden solche Ernährungen immer sehr gehypt und verdammt gut verkauft, jedoch gehört da viel mehr zu als nur auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Man muss noch mehr auf seinen Körper achten, als sowieso schon. Das wurde für mich irgendwann sehr anstrengend und ich habe gemerkt, dass mein Körper negativ reagiert, also habe ich wieder aufgehört, dafür aber viele Erfahrungen mitgenommen!

    Praktikind Fabi 🙂

  2. Vera says:

    Liebe Anni,

    Du hast Recht, die Kategorien helfen, um sich leicht zu verständigen. Aber sie stecken einen auch immer wieder in Schubladen, das finde ich wirklich schade. Folgendes Szenario passiert mir leider äußerst häufig:
    Ich bin zum Essen bei Leuten, die Fleisch essen. Es gibt ein Gericht mit Fleisch und für mich eins ohne. Damit bin ich völlig zufrieden und ich freue mich, dass Rücksicht auf meine Essgewohnheiten genommen wird. Also wünsche ich einen guten Appetit und fange an zu essen. Während des Essens kommt dann die Frage „Sag mal, Vera, vermisst du das Fleisch eigentlich nicht? Hast du gar keinen Heißhunger?“, ich antworte „Nein, ich vermisse das nicht und habe auch keinen Heißhunger“. „Warum isst du eigentlich kein Fleisch?“ – „Weil mir das Wohl der Tiere wichtig ist und ich einfach kein totes Tier essen mag.“ – „Hm, ja, so Massentierhaltungen sind wirklich schrecklich, das darf man ja eigentlich gar nicht unterstützen. Die armen Tiere führen meist ein schreckliches Leben und werden dann so brutal umgebracht.“ Dann folgen oft noch Beschreibungen von Tötungsakten, die mal in irgendwelchen Dokus gesehen wurden und spätestens da ist mir unglaublich schlecht und ich habe wirklich keinen Appetit mehr. Wenn ich sage, dass ich darüber nicht sprechen möchte, zumindest nicht beim Essen, werde ich als militante Vegetarierin betitelt, die Nicht-Vegetariern das Fleisch madig machen möchte.

    In meinem Umkreis gibt es einige Vegetarier und Veganer und keinen davon würde ich als militant bezeichnen. Dann doch sogar eher die Leute, die mir ihr Fleisch andrehen wollen und einfach nicht akzeptieren wollen, dass ich es nicht esse. Denn die sind es (natürlich nur ein Bruchteil), die das Thema auf den Tisch bringen und mich bekehren wollen.
    Ich esse kein Fleisch, seit nun gut 4 Jahren. Ich möchte einfach kein totes Tier essen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das auch nie wieder in meinem Leben tun werde.

    Wenn ich meinen Konsum und meine Ernährung mit meinen Vorstellungen vereinbaren und damit leben kann, ist doch alles gut. Niemand muss nach meiner Nase tanzen und ich muss nach keiner anderen Nase tanzen, als nach meiner eigenen. Jedem das Seine. Was ist denn daran bitte so schwierig?!
    Liebe Menschheit, hör doch mal auf, dich immer nur zu streiten. So schmeckt es niemandem. 😉

    Herzlichste Grüße! <3

  3. Anni says:

    Huhu Vera! Danke dir für deine Geschichte! Ich hoffe sie hilft einigen zu verstehen, warum man es respektieren sollte, dass jemand nicht über etwas sprechen möchte! Dass die Kategorien dabei helfen zu verstehen habe ich vor allem so gemeint, dass jemand mir einfach sagen kann „ich esse gern vegetarisch“ und dann hab ich direkt eine Vorstellung davon. Das finde ich schön. Da muss man nicht erst sagen: „Ich esse kein Huhn.“ „Und kein Rind.“ „Und keinen Fisch.“ usw.
    Ich glaube, Kategorie ist vielleicht keine gute Beschreibung – du hast vollkommen recht, das ist „Schublade“ irgendwie sehr nah und das soll es gar nicht sein. Das ist wie mit den Hautfarben: Jemand ist „weiß ode schwarz“ ist eine objektive Beschreibung, etwas, das man sich vorstellen kann. Aber es wird auch als Schublade, als Kategorie ge- bzw. missbraucht, die schon mit Inhalt belegt ist. Ich finde die positive Seite, die Vorstellungshilfe so einer Kategorie schön. Aber der Begriff ist wirklich schwierig. Mir fehlt das Wort. Vielleicht hat jemand von euch eine Idee dafür?

  4. Julia says:

    Hallo Anni!

    Zuerst möchte ich ein großes Lob für diesen tollen Blogeintrag ausrichten!

    Hm…ich weiß nicht mehr genau warum ich mich für die vegane Ernährung entschieden habe, es war glaub ich aus gesundheitlichen Gründen – nun liegen mir allem voran die Tiere und die Umwelt am Herzen. Es ist eine tolle Bereicherung für Körper und Geist und mich freut es sehr, dass mein Umfeld sehr gut damit umgeht und es akzeptiert. Noch mehr freut es, wenn ihnen meine Gerichte und Backwunder schmecken 😀

    Einerseits erleichtert diese „Schublade“ einiges, andererseits ist man auch gleich gänzlich in dieser Kategorie abgestempelt. Und wenn man dieser nicht entspricht, wird man gleich darauf hingewiesen und nur belächelt.
    Doch jeder hat das recht zu essen was man will und da schließe ich mich Veras letzten Absatz an:
    >>Wenn ich meinen Konsum und meine Ernährung mit meinen Vorstellungen vereinbaren und damit leben kann, ist doch alles gut. Niemand muss nach meiner Nase tanzen und ich muss nach keiner anderen Nase tanzen, als nach meiner eigenen. Jedem das Seine. Was ist denn daran bitte so schwierig?!<<

    Liebe Grüße,
    Julia

  5. Anni says:

    Hallo Julia,

    ich habe an dem Beitrag auch echt etwas zu knabbern gehabt, weil ich auf keinen Fall wollte, dass er Anti-gegen-Etwas herüberkommt. Umso mehr freut mich, dass er anscheinend richtig verstanden wird und auch gefällt! Danke <3

    Besonders Vegane und Vegetarische Backwaren finde ich ja besonders interessant habe da auch selbst schon herum probiert, bin aber da nicht die große Künstlerin... Ich suche auch ständig Gastautoren, falls du da mal eine tolle Kreation teilen möchtest, dann wende dich gern an mich 🙂

    "Und wenn man dieser nicht entspricht, wird man gleich darauf hingewiesen und nur belächelt." Genau, da liegt ja auch das Problem, das sophie.lotta mit ihrem Hashtag angesprochen hatte, und das ich aufgreifen wollte. Ich bin so froh, dass hier schon einige ihre Geschichten geteilt haben und hoffentlihc auch anderen Mut machen werden, ihren Weg zu gehen und andere besser zu verstehen <3

  6. Elisa Zunder says:

    Ein wirklich toller Text!
    Ich vermute diese extreme Kategorisierung des Essens findet statt, weil es momentan vielleicht auch einfach „schick“ ist auf sich zu achten bzw. das im Internet so von sich zu promoten. Natürlich achte ich auch darauf, was ich esse, aber ich selbst habe nicht das Verlangen andere zu bekehren oder dies nach außen zu tragen. Vor allem habe ich nicht das Gefühl mich dafür entschuldigen zu müssen, wenn ich mal schlemme und mir ein riesiges Stück Torte gönne.

    Ich glaube allerdings, dass viele Jugendliche durch die ganzen sozialen Netzwerke und diese skinny Hypes vielleicht auch einfach Angst haben zu sich selbst zu stehen? Denn in unserer Gesellschaft ist schlemmen oft gleichgesetzt mit sich gehen lassen….

  7. Anni says:

    Huhu Elisa,

    Mensch ich hab ja meinen Beitrag gar nicht bei dir bei Facebook eingereicht 🙈 dabei hatte ich mich extra nochmal angemeldet – geht das noch?

    Ja ich glaube, das was du ansprichst mit dem gehen lassen, das ist schon durchaus richtig. Ich kenne das auch, das man als Kind häufig gehört „Oh von Schokolade wirst du aber dick!“ Oder „SCHON wieder etwas süßes“ selbst dann, wenn man das sonst kaum isst. Das passiert dann natürlich schnell, dass man Essen völlig überbewertet und damit in Verbindung bringt, dass andere das was man isst und das was man ist, viel zu stark verknüpfen.

    Danke für deinen Kommentar! <3

  8. ykatinka says:

    Ich finde den Blogeintrag sehr gut gelungen und es trifft „leider“ genau das, was mir gerade im Internet immer wieder auffällt. Ich mag dieses Schubladendenken einfach nicht. Leute werden schon regelrecht verurteilt, dass sie z.B ein Foto auf Instagram mit Eiern posten „ja wenn, dann sollte man doch ganz auf alles tierische verzichten. Sonst kann man es ja ganz sein lassen.“ Obwohl die Person mit dem Foto niemals gesagt hat, sie sei Veganerin. Und was soll das überhaupt??? Ich kenne selbst einige Veganer und Vegetarier. Ich bin sehr froh, dass meine Freunde eben auch die hier bereits vertretenen Meinungen haben; das eben jeder selbst entscheiden sollte was er/sie mag oder isst. Ich werde nie doof angeguckt, warum ich denn Fleisch esse. Genausowenig löchere ich die Person, warum, wieso und weshalb. Ich selbst esse sehr gerne und viel vegan und vegetarisch; einfach weil ich das möchte; weil es meinem Körper gut tut generell viel Obst und Gemüse zu essen, clean, d.h. möglichst unverarbeitet zu essen. Aber ich verbiete es mir nicht ab und zu ein Steak zu essen um jetzt mal ein krasses Beispiel zu haben 😉 Es hat sich irgendwie eingebürgert, dass och meist nur am Wochenende Fleisch oder eben Milchprodukte esse, weil dich die Woche über alleine bin und eher mal frisch Sachenkoche, die mein Freund nicht mag wie z.B Brokkoli und Süßkartoffeln.
    Eine Freundin von mir ist Veganerin, auch aus verschiedenen Gründen, auch eben wegen der Tierhaltung; aber im Urlaub auf Madeira hat sie dann frischen Fisch gegessen, der direkt gefangen wurde. Meine Reaktion dazu war “ Ganz ehrlich, Respekt; Ich finde es toll, dass du auf deinen Körper hörst und dann auch das isst worauf du gerade Lust hast und es dir nicht verbietest“ Das heißt ja nicht, dass sie keine Veganerin mehr ist nur weil sie 1 Mal Fisch gegessen hat. Tolleranz und Akzeptanz sollte für jeden Einzelnen eine viel wichtigere Rolle spielen. Ich bin sehr froh, dass die kommentierenden Leser eben so tollerant sind, wie man es sich wünscht. <3

  9. Anni says:

    Huuhu Lieblingsfüchsin <3

    Also ich würde mit dir auf jeden Fall auch Süßkartoffel mit Brokkoli essen 🙂 Dann kriegen die Jungs was anderes!
    Ich bin auch total positiv überrascht, wie offen und ehrlich hier alle sind, die Kommentieren, finde ich echt toll! Eine Freundin von uns macht das auch so, wie deine Freundin: Sie isst eigentlich vegan, hat bei uns aber Eier und Fleisch gegessen, weil halt alles von Oma war und nicht in Massentierhaltung aufgewachsen ist 🙂

Schreibe einen Kommentar